Joomla!Day 2015 in Hamburg LogoLiebe Gemeinde,
ein ereignisreiches Wochenende in Hamburg auf dem Joomla!Tag 2015. Es war wunderbar die ganze Joomla!-Familie wiederzusehen und auch neue Gesichter kennenzulernen. Auch wenn ich wirklich sicher bin, dass ich einige Gesichter und Namen schon wieder vergessen habe, war es eine tolle und lehrreiche Veranstaltung über die ich in diesem Artikel berichten möchte. Zuerst kann ich berichten, dass ich sehr preiswert mit dem Bus angereist bin. Die Hin- und Rückfahrt hat mich insgesamt 16 Euro gekostet. Zwei Euro davon waren die Gepäckgebühr für meine Reisetasche. Im Bus gab es ein eher nicht vorhandenes W-LAN, aber eine Steckdose für die stromhungrigen Begleiter zur Beseitigung der Langeweile. Nach der genauen Anweisung von Frank Delventhal habe ich mich dann auch bei ihm eingefunden und durfte dann bei ihm übernachten. Joomla!-Love pur! Vielen Dank Frank! Hamburg ist eine tolle Stadt und das von den Organisatoren aufgestellte Programm war großartig!

Mit der Trabrennbahn wurde auch eine sehr hübsche Örtlichkeit zur Austragung der Joomla!-Konferenz ausgesucht. Lediglich ein Wermutstropfen war, dass man einen Tagungsraum in die Cafeteria gelegt hat. Hier gab es z.T. Schwierigkeiten die Vortragenden zu verstehen, weil auch keine Verstärker bereit standen. Die Joomla!-Familie war aber meist sehr respektvoll und hat sich leise verhalten, während die Vorträge liefen. Der Ausblick auf die Rennbahn beim schönen Wetter am Freitag war super und man konnte die herbstlichen Sonnenstrahlen auch draußen auf den Bänken genießen.
Da am Freitag das Wetter so schön war, konnte ich die neue App von Twitter testen: Periscope! Diese App ermöglicht ein Livestream direkt vom Handy, der nach Aussendung noch auf Periscope erhalten bleibt. Da die Datenleitung vom Joomla!Tag ausreichend Kapazität bot, konnte ich sogar einige Interviews mit Vortragenden halten und diese LIVE streamen! Ich werde sie innerhalb dieses Artikels thematisch passend einbinden. Häkchen an den Persicope-Videos ist, dass diese typischer Weise für Handys ausgelegt sind und damit ein Hochkantformat haben. Am PC sehen diese Videos dann sicherlich etwas ungewohnt aus, was den Inhalt aber nicht schmälern soll.
Begonnen habe ich mit einem „Unboxing-Video“ der Giveaway-Tasche vom Businessday. Doch leider stellte sich für mich erst im Nachhinein heraus, dass die bei Periscope gespeicherten Videos nur für wenige Stunden noch sichtbar bleiben und danach verschwinden. Resultat ist, dass ich Persicope nicht weiter nutzen werde und leider nur zwei Videos erhalten geblieben sind. Ein Teil des Tech Talks "Show me your Tools" (hauptsächlich moderiert von Thomas Kahl) und ein Interview mit Frank Delventhal. Sehr, sehr ärgerlich!
Natürlich habe ich auch einige Vorträge besucht. Diese habe ich in kleinen Kurzberichten zusammengefasst, die nun folgen.


„Gute Extension, schlechte Extension“ von Thomas Kahl

Thomas stellte hier vor, wo man Erweiterung offiziell bekommt und wie man sie auswählt. Brauche ich diese Erweiterung wirklich? Ist diese Erweiterung nur hübsch, aber erfüllt nicht meinen eigentlichen Zweck? Ist sie sicher genug? Hier wurde auch klar gestellt, dass viele Hacks von Internetseiten nur aufgrund von Fehlern in Erweiterungen möglich waren, und dass nur in sehr seltenen Fällen der tatsächliche Joomla!-Kern angreifbar war. Nebenbemerkung: Dies hat Brian Teeman in seinem Vortrag „10 Jahre Joomla!“ klargestellt. Das englische Pendant zum deutschen BND nutzt als CMS Joomla!. Die drei größten Hackergruppen (Lulz, Anonymous und einer weiteren) haben schon versucht die Internetseite von nationalcrimeagency.gov.uk anzugreifen. Die Seite konnte aber nicht gehackt, sondern nur durch eine DDOS-Attacke zeitweise vom Internet abgeschnitten werden. Die Seite an sich hielt stand!





„Wie Blinde das Web sehen“ von Markus Wortmann und Heiko Kunert

Dieser Vortrag wer sehr interessant, weil den Teilnehmern vorgeführt wurde, was ein Screenreader vorliest, wenn eine Seite aufgerufen wird. Dabei war besonders die hohe Geschwindigkeit der Vorleserstimme für mich beeindruckend. Während die Zuhörer krampfhaft versuchten, das „Hochgeschwindigkeitssprech“ zu entschlüsseln, war Markus schon längst am Ziel angelangt und wusste was auf der Seite steht. Dabei lernte ich, dass Tabellen im Inhalt heute keine Probleme mehr bereiten und nur als Designelement störend sind. Gleichzeitig wurde erklärt, welche Techniken man anwenden kann, um Blinden den Inhalt einer Internetseite zugänglich zu machen.



„Weg von Excel - Mitglieder verwalten mit Joomla!“ von Benjamin Trinkle

Benjamin Trinkle stellte hier mehrere Community- bzw. Mitgliederverwaltungssysteme vor und verglich sie mit seiner eigenen Entwicklung „Kandanda“. Die Möglichkeiten sind beeindruckend und Modular erweiterbar. In meinem Persicope-Interview stellte er die Software auch nocheinmal exklusiv vor, jedoch ist dieses, wie leider noch einige weitere Videos nicht mehr verfübar. Fazit ist aber, dass seine Firma Wicked Software neben der Mitgliederverwaltung auch weitere Komponenten anbietet, die z.B. für den Lastschrifteinzug oder die Serienbrieffunktion zuständig sind. So lässt sich die Vereinsverwaltung soweit wie gewünscht zusammenstellen und aufrüsten.



Schnelle Websites oder der Kampf um das First Byte

Frank Delventhal, mein freundlicher Gastgeber hat selbst seine Internetseite auf Hochgeschwindigkeit getrimmt! Und wenn ich sage "Hochgeschwindigkeit", dann meine ich eher, dass er es geschafft hat, einen Joomla!Dragster zu bauen. Seine Internetseite lädt selbst unter widrigen Bedingungen sehr schnell. Und mit widrigen Bedingungen meine ich unter dem Mobilfunkstandard EDGE. Dafür hat er auf nahezu alles verzichtet, was man sonst so an Schnickschnack abfeuert: Keine überflüssigen Module, nahezu keine Plugins und auch die Grafiken sind in einen Font ausgelagert. Das exklusive Persicope-Interview mit ihm konnte ich Persicope entreißen. Es folgt hier:

Sein gesamter Vortrag ist hier zu sehen:




Bug Fixing - werde Joomla!-Tester von Marco Schauz

Marco Schauz ist leider nicht der geborene Redner. Doch er konnte bei seinem Vortrag allen Teilnehmern klarmachen, wie leicht es ist, etwas an die Joomla!-Gemeinschaft zurückzugeben. Er erklärte, dass viele Codeverbesserungen und Fehlerbehebungen nur deshalb noch nicht in die neuen Versionen einfließen können, weil jeder Patch mindestens von zwei unabhängigen Personen erfolgreich getestet werden muss. Programmierkenntnisse sind nicht nötig. Marco erklärte in aller Ruhe, wo man die Komponente für das Testen der Patches herunterlädt, welche Voraussetzungen dafür nötig sind (z.B. Github-Account) und das man die Testerei auf jeden Fall nur innerhalb einer Testumgebung ausführen sollte! Falls nämlich der Joomla!-Flicken fehlerhaft ist, besteht natürlich immer die Gefahr, ein völlig zerstörtes CMS zurückzubehalten. Auf einer lokalen Testumgebung sind solche Probleme allerdings wenig problematisch.
Mein Fazit: Das Testen von Patches ist so leicht, dass ich mich in Zukunft auch daran beteiligen möchte! Wer das auch tun will, sollte sich bei einem sog. „Pizza, Bugs and Fun“-Event in seiner lokalen Joomal! User Group (JUG) melden. Hier verabredet man sich, um gemeinschaftlich die verdammten Käfer (Bugs) zu erschlagen. Die Pizza wird von Joomla! Bezahlt (Rechnung aufheben und einreichen!) und der Spaß kommt dabei von ganz allein. Es ist eben Joomla! - alle zusammen!



„eCommerce-Extensions“ von Thomas Kahl

Am Samstag erzählte Thomas Kahl allen Teilnehmern, wie schwer das Feld der kommerziellen Nutzung von Joomla! in der Realität ist. Zitat: „Mal schnell einen kleinen Shop einrichten is nich!“, sagt Thomas. Mein Eindruck aus seinem Talk ist, dass er recht hat. Möglicher Weise ist es machbar innerhalb von zwei Stunden ein kleines Shöpchen aufzumachen, allerdings gibt es viele Fallstricke (z.B. Verandtkosten bei Bestellungen mit unterschiedlichen Versandarten) und auch rechtliche Hürden (siehe z.B. auch den Vortrag von Sabine Heukrodt-Bauer) sind nicht zu verachten. Es bedarf außerordentlich guter Planung und besonders sorgfältige Auswahl der Erweiterung.



„SEO Crashkurs“ mit Viktor Vogel

Viktor Vogel steht immer unter Strom! Er kennt Joomla! wie kaum ein Zweiter, hat selbst einiges an Erweiterungen in seinem Portfolio, die zum Standard in jeder Joomla!-Installation gehören. Dankenswerter Weise ist er eingesprungen, da der eigentlich Spezialist kurzfristig abgesagt hat. Es eine tolle, lehrreiche und kurzweilige Show, die Viktor geboten hat. Dabei wies er gekonnt auf die Tücken der Suchmaschinenoptimierung hin. Ganz besonders z.B. darauf, dass man die globalen Metatags und Metakeywords nicht mehr verwenden sollte! Weitere Infos finden sich im hier eingebetteten YouTube-Video.
Ich hatte die Ehre ein exklusives Interview mit ihm führen zu dürfen. In diesem Video hat er unter anderem Verraten, wie der Name „kubik-rubik“ für seine Internetseite entstanden ist. Ein Besucher aus Russland hat dabei die Kamera gehalten, so dass ich das Interview mit ihm führen konnte. Joomla!-Love around the World: Thanks Eugene! Doch auch dieses Video ist der kurzen Speicherzeit von Periscope zum Opfer gefallen, so dass ich auch dieses Video leider nicht anbieten kann.



„Websites und Abmahnungen“ von Sabine Heukrodt-Bauer

In 90 Minuten hatte Sabine Heukrodt-Bauer kaum genug Zeit die vielen Fragen des Fachpublikums zu beantworten. Auf über 120 Folien hatte sie vorbereitet, wie das mit den Rechtsgrundlagen ist und wer wo, wie und wann abmahnen kann oder abgemahnt werden kann. Die Folien stehen zum Betrachten und Download auf Slideshare bereit.  Außerdem gibt es ein kostenloses eBook und auch Musterdatenschutzerklärungen auf den Seiten von RES MEDIA. Diese kann man kopieren und auf seinen speziellen Fall anpassen. Sie finden sich unter: http://res-media.net/service/ebooks/ und www.res-media.net/muster. In kurzen und prägnanten Worten lässt sich der wirklich kurzweilige Vortrag zur eher trockenen Rechtsmaterie kaum erklären. Ich empfehle daher das Video auf Youtube dazu.




Was es sonst noch gab...

Natürlich gab es am Freitag eine dicke Party! Impressionen dieser Feier habe ich auf den später folgenden Bildern beigefügt.
Zwischendurch gab es am Samstag noch eine kleine Gesprächsrunde, wo jeder seine Werkzeuge vorstellen durfte. Auch wenn es einerseits sehr Mac-lastig war, konnten viele Teilnehmer Inspirationen mitnehmen. Einen Teil der Vorstellung habe ich live mit Persicope gesreamt.





Der Ausblick / Das Fazit

Wer es nicht abwarten kann, kann sich am schon erwähnten „Pizza, Bugs and Fun“-Event bei seiner JUG anmelden. Nähere Infos dazu findest du bei joomla.de. Der nächste deutschsprachige Joomla!Day findet erstmals in Österreich statt. Wer also nicht bis nächstes Jahr warten kann, fährt dort hin.
Ganz neu ist die Veranstaltung des Joomla!Camps in Essen nächstes Jahr. Hier findet ein Camp ohne festes Programm statt; sog. „Unconference“. Auch wenn böse Zungen behaupten, dass „unconferenced“ nur bedeutet, dass der Organisator kein Programm aufstellen wollte, hat eine solche Veranstaltung einen besonderen Charme! So treffen sich die Teilnehmer und besprechen gemeinsam, zu welchen Themen sie etwas hören möchten. Meist findet sich auch jemand mit genug Mut und Expertise, der das Thema dann vorstellen kann.

Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Es war, mal wieder ein toller Joomla!Day mit der Joomla!Familie, die eigentlich Fremde immer wieder wie Verwandte aufnimmt. Ich freue mich sehr, zu dieser Gemeinschaft zu gehören und bin sehr gespannt, wann ich zum nächsten Joomla!Day fahren kann.
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Euer Niko