Mehr sehen durch Panoramen mit Hugin Liebe Gemeinde,

ich bin schon immer ein Freund von großen Bildern gewesen. Panoramen sind wahnsinnig schön. Sie vermitteln einen großen und meist auch besseren Eindruck zum Beispiel von einer Landschaft. Das ist ja auch logisch: durch die Breite sieht man eben mehr, als auf einem profanen 10x15 Foto. Im Prinzip kann man mit einer ruhigen Hand, einer Digitalkamera und etwas freier Software schon loslegen. Welche Software eignet sich? Wie muss ich fotografieren? Worauf sollte ich achten? Eine kleine Hilfe findet ihr im folgenden Artikel.

Als erstes sei gesagt, dass es eigentlich wirklich leicht ist, Panoramabilder (bis zu 360°) zu erstellen. Wie eingangs schon erläutert braucht man folgende Dinge:
  1. eine Digitalkamera
  2. eine ruhige Hand (für ungeübte vielleicht ein Stativ)
  3. eine Panoramasoftware wie zum Beispiel Hugin
Wie wird ein Panorama erstellt?
Im Prinzip wird ein Panorama durch viele Einzelbilder aus einem Schwenk über das Motiv erstellt. Dabei ist es wichtig möglichst eine Höhe zu halten und in einer Linie durch zu fotografieren, ohne dabei viel von der gedachten Linie abzuweichen. Die Fotos müssen eine gewisse Überlappung aufweisen, damit die Software ähnliche Strukturen erkennen und sogenannte Kontrollpunkte finden kann. Die Überlappung sollte nicht weniger als 20% und nicht mehr als 75% aufweisen. Anhand der Kontrollpunkte kann das Programm dann die Fotos zusammensetzen. Je mehr Kontrollpunkte gefunden wurden, desto besser kann das Programm die Bilder ausrichten.

Was sollte man beim Fotografieren beachten?
Als ungeübter Panoramaanfänger sollte man darauf achten, die Kamera möglichst ruhig in einer Linie zu halten und zu schwenken. Wichtig ist ein ruhiger Schwenk von der einen zur anderen Seite des Motivs; also z.B. von links nach rechts. Anfangs sollte man mit einem Stativ arbeiten. Hat man später den Dreh raus, kann man sich auch ohne Stativ an Panoramen wagen.
Manche Kameras (z.B. manche Kompaktkameras von Cannon) bieten sogar einen sogenannten Stitch-Assistant an. Dieser hilft dabei, die notwendige Überlappung von mindestens 20% bis ca. 75% einzuhalten. Wiederum andere bieten die Möglichkeit ein Gitternetz in das Display zu projizieren. Damit kann man sich gut orientieren. Bei einem Gitternetz von 3 x 3 Feldern sollte man den Horizont auf die oberste Linie ausrichten und dann langsam schwenkend Fotos knipsen. Damit hat man sowohl eine relativ gerade Horizontlinie und auch gleichzeitig ein Maß für die Überlappung. Man sollte hier immer mindestens ein Drittel des vorangeganenen Fotos noch im rechten bzw. linken Gitternetz sehen.
In Spiegelreflexkameras findet man im Sucher oft die Messfelder des Autofokus. Auch mit diesen kann man sich orientieren und die Ausrichtung für Horizont und Überlappung vornehmen.
Profis erzeugen ihre Panoramen aus Einzelfotos im Hochkantformat. Hier hat man die eigentliche Breite als volle Höhe zur Verfügung. Dadurch muss man zwar mehr Einzelfotos machen, aber erhält auch ein höheres und damit nicht ganz so schmales Panorama.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Belichtung. Normaler Weise schießt der Normalsterbliche die Fotos mit einer Vollautomatik. Diese kann auch in der Regel ausgewogene Fotos erzeugen. Bei Panoramen fallen aber Helligkeitsunterschiede auf. Ist die Blende verstellt oder blendet die Sonne  den Chip (und damit den Fotografen) so erhält man doch sehr deutliche Helligkeitsunterschiede die man entweder akzeptieren muss oder mit Hilfe von manuellen Blendeinstellungen zu kompensieren versucht. Hier ist jeder selbst gefragt. Meiner Erfahrung nach kann man es schon mit einer vernünftigen Automatik versuchen, aber die Ergebnisse hängen eben stark von dieser ab. Wer sich etwas besser auskennt, sollte sich mit den Blenden bzw. Verschlusszeiten vertraut machen und damit dann den hellsten bzw. dunkelsten Punkt prüfen, um ein möglichst ausgewogenes Helligkeitsfeld für das Panoram zu erhalten.

Hat man das Motiv der Wahl gefunden, sollte man sich einen geeigneten Platz suchen, wo nicht allzuviele Menschen durch das Bild laufen, schließlich wollen wir meistens keine mehrfach auftauchenden Personen die von links nach rechts gehend immer wieder im Foto auftauchen und wir wollen auch keine Geister auf den Fotos haben. Geister sind Menschen oder Objekte die genau in den Übergängen nur noch als halbtransparente Schatten zu erkennen sind. Das sieht manchmal ganz gruselig aus. Allerdings kann man mit Geistern (den mehrfach auftauchenden Menschen) sehr lustige Effekte erzeugen.
Zur notwendigen Überlappung habe ich oben schon Hinweise gegeben, die zu beachten sind.
Nun entsteht eine Reihe von Fotos, die man auf dem Computer speichert und in die Software Hugin laden. Der Assistent leitet einen nun durch den Erstellungsvorgang, der je nach Anzahl der Einzelbilder und Taktfrequenz des Prozessors auch mal länger dauern kann.
Man landet nach den ersten Berechnungen mit Hugin im bildschirmfüllenden Panoramavorschaufenster. Per Linksklick in das Bild setzt man die Mitte des Bildes. Hier kann man noch unten links mit den Einstellungen der Verzerrung spielen, bis man die gewünschte Optik (also das beste aussehen) erhält. Die Schieberegler rechts und unten am Vorschaufenster dienen der Ausschnittsfindung.
Nach aller Justierungsarbeit muss man das Fenster schließen, um zurück zum Hugin-Hauptfenster zu gelangen. Der letzte der drei Knöpfe "Panorama erstellen" veranlasst das Programm die Originalbilder aufzugreifen und diese nun zu einem großen Ganzen zusammenzufügen. Hugin speichert die Bilder als TIFF-Dateien in hoher Qualität ab. Das gute an Hugin ist, dass es gleichzeitig mehrere Prozessoren auslasten kann, wenn vorhanden. So werden die Berechnungen erheblich beschleunigt.

Zum Testen habe ich hier ein paar Fotos angehängt, mit denen der geneingte Nutzer die Software auf die Probe stellen kann.
Das erste Panorama ist in Berlin beim "Festival of Lights" Nachts entstanden und zeigt den Gendarmenmarkt in Berlin. Hier nutze ich ein Stativ und Langzeitaufnahmen.
Festival of Light
Berlin - Festival of Lights
Die zweite Bildreihe entstand auf Bali und zeigt eine der vielen wunderschönen Reisterassen. Hier schoss ich die Fotos aus der Hand, was eine nicht 100% gerade Fotolinie ergibt. Ein gutes Beispiel dafür, was Hugin alles kompensieren kann.
Reisterasse
Bali - Reisterasse

In diesem Artikel widmete ich mich der deutsprachigen Software Hugin, die frei erhältlich für Windows, Mac und Linux ist. Es gibt aber noch weitere Programme, die kostenlos erhältlich sind. Für Windows gibt es noch:
Ob es noch freie Panoramasoftware für andere Betriebssysteme gibt, konnte ich jetzt nicht testen. Vielleicht meldet sich hier der geneigte Nutzer in den Kommentaren zu Wort.

Danke und viel Freude mit den großen Bildern wünscht euch
Euer Niko

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